Schreibcoach-Lehrgang #1 – DIE VORGESCHICHTE

Schreibcoach, Schreibtrainer/in, Schreibpädagog/in, Schreibgruppenleiter/in – Bezeichnungen gibt es viele. Aber wie, wo, warum sollte man eine Fortbildung dazu absolvieren? Mit dieser kleinen Blogreihe möchte ich Dir von meinen Erfahrungen rund um den Zertifikatslehrgang Schreibagogik: Schreiben(d) begleiten im schreib.raum in Innsbruck berichten und Dich vielleicht sogar auf Deiner eigenen Reise zum Schreibtrainer/in ein wenig an die Hand nehmen.

Genauso vielfältig wie die Tätigkeitsbezeichnungen sind – je nach Anbieter – die Inhalte solcher Workshops, Kursmodell und -aufbau, Kompetenz-Ziele, Zeit- und Arbeitsaufwand, dafür aber auch die Einsatzgebiete als Absolvent/in. Zu all diesen „hard facts“ kommen wir noch. Aber wie bei jeder guten Geschichte beginnen wir erstmal ganz von vorn…

Eine Freundschaft ohne Projekte ist wie Tequila ohne Zitrone

Frühling 2025: Manchmal kommt das Leben dazwischen, aber heute hatten wir es mal wieder zu einem gemeinsamen Abend geschafft: Mit meiner besten Freundin Teresa saß ich bei Burger und Cocktails in einem unserer Stammlokale. Geredet wurde wie immer über Gott und die Welt – und wir können viel reden, stundenlang philosophieren und uns unzensiert über die Ideen in unseren Köpfen austauschen.

Teresa hatte inzwischen ihren Abschluss als Psychotherapeutin so gut wie in der Tasche – es würde demnächst also etwas Platz in ihrem Terminkalender frei werden – und erzählte mir von ihren Plänen, sich ein zusätzliches Standbein als Schreibtrainerin aufzubauen. Ich wusste, dass sie eine Buchidee im Kopf hatte und selbst gerne an Schreibkursen und Schreibreisen teilnahm, dass sie aber gleich eine komplette Fortbildung in diesem Bereich anstrebte, war mir neu. Teresa plante, einen Lehrgang im schreib.raum in Innsbruck, unserer früheren gemeinsamen zweiten Heimat, zu absolvieren, um eigene Schreibgruppentrainings anbieten und anleiten zu können. Sie hatte in diesem Bereich eine Marktlücke in der Region Südbayern entdeckt und wollte diese damit schließen. Die ersten Ideen zu Inhalten, Zielgruppe und sogar Location hatte sie schon im Kopf und warf sie mir jetzt als Köder vor die Füße – und natürlich wusste sie genau, dass sie mich damit schon fast am Haken hatte… 😉

Flashback Studienzeit

In den vergangenen zwanzig Jahren, seit wir uns damals in der Zellbiologie-Vorlesung an der LFU Innsbruck getroffen haben (Anmerkung am Rande: Weder bei ihr noch bei mir ist es jemals zu einem Abschluss in Biologie gekommen… 😉 ), kommt es hin und wieder dazu, dass Teresa und ich das ein oder andere kleinere oder größere Projekt gemeinsam starten. Von einem Abendkurs im Handlettering, über Sommer-Uni in Russland oder spontane Urlaubstrips quer über den Globus, bis hin zur Ausbildung zur Rettungssanitäterin kann das eigentlich alles sein. Oft haben diese Projekte aber etwas mit unseren gemeinsamen Interessen zu tun: Reisen, gutes Essen sowie Literatur und Sprache. Nicht selten läuft das jeweilige Gespräch dann ungefähr so ab: „Ich hab xy geplant, bist Du dabei?“ – „Ja, klar.“

Und der Rest ist Geschichte… 🙂


In diesem Fall war ich am Schwanken, weil mir die Elternzeit momentan weder zeitlich noch finanziell große Sprünge erlaubt. Andererseits würde sich mein Gehirn sehr über etwas geistig herausfordernden Input freuen und meine eigenen Business-Ideen könnten dadurch thematisch perfekt ergänzt werden.

Als Nicht-Autorin Schreibtrainings anbieten?

Mein erster ganz spontaner Einwand lautete jedoch „Ich bin aber keine Autorin.“ Wie also sollte man mir Kompetenzen in Bezug auf Texterstellung zugestehen? Das sei unerheblich, konterte Teresa, denn es gehe in diesem Fall nicht darum, konkretes Wissen über das Verfassen bestimmter Textsorten zu übermitteln, sondern um das Anbieten von Schreibimpulsen und das (Beg)Leiten von Schreibbegeisterten mit Hilfe von Techniken und Methoden des kreativen Schreibens. Das entsprechende Knowhow dazu würden wir im Laufe des Kurses erlernen.

Es hilft nichts: Ohne Moos Nix Los…

Ich musste zugeben, dass sich das schon sehr gut anhörte, und das Projekt zusammen mit Teresa auf die Beine zu stellen, reizte mich noch mehr: eine Psychologin und eine Sprachwissenschaftlerin als Schreibcoach-Duo – warum eigentlich nicht? Allerdings war mir an dieser Stelle wichtig zu betonen, dass der finanzielle Aufwand für ein reines „Spaßprojekt“ zu hoch sei. Kurz gesagt: Bei aller Leidenschaft für’s Schreiben müsste das Ganze in nicht allzu ferner Zukunft auch Gewinn abwerfen. Teresa zeigte sich auch in Hinblick darauf zuversichtlich und wir philosophierten an diesem Abend noch ein wenig über die verschiedenen Möglichkeiten, die uns die Fortbildung eröffnen würde.

Blended Learning für mehr Flexibilität

Was die zeitliche Herausforderung betrifft, spielt mir das Kursmodell in die Karten: 2026 wird der Lehrgang als „Blended Learning“-Variante angeboten, eine Art Hybridform aus Präsenzunterricht und Online-Lernen. Dieses Modell sieht nur zwei lange Wochenenden vor Ort in Innsbruck vor, die restlichen Module werden live über Zoom stattfinden. Trotz allem würde dieses Vorhaben meinen Mann auf den Plan rufen, der sich dazu bereit erklären müsste, während dieser Zeiten Überstunden zu opfern und neben seinem Vollzeitjob die Betreuung unserer eineinhalbjährigen Tochter zu übernehmen. (An dieser Stelle ein „Danke, Du bist der Beste!“ an Thomas, der mir damit bereitwillig die Teilnahme an dieser Fortbildung ermöglicht.)

Vorgespräch & Schnupperabend

Start des Lehrgangs sollte im Januar 2026 sein und Teresa und ich verabredeten zunächst erst einmal die Teilnahme am Vorgespräch, das ein paar Monate später mit Kursleiterin Alexandra Peischer über Zoom stattfand. Darin stellte sie uns unter anderem die „hard facts“ vor, die in Teil 2 dieses Erfahrungsberichts in aller Kürze zusammengefasst dargestellt sind. (–> Coming soon! 🙂 )

Vom schreib.raum in Innsbruck hatte ich bereits einiges gehört – auch wenn ich es leider zeitlich noch nie geschafft hatte, dort selber ein Schreibfrühstück zu besuchen, schreibend ins neue Jahr zu starten oder an einem Online-Schreibabend über Zoom teilzunehmen. Letzteres würde ich nun nachholen, um vor Anmeldung zum großen Lehrgang einen Eindruck „im Kleinen“ zu bekommen, wie ein solches Coaching aufgebaut ist. In Teil 3 erzähle ich Dir alles über diesen Schnupperabend mit Kursleiterin Alexandra und bunt zusammengewürfelten, schreibbegeisterten Teilnehmer/innen. (–> Coming soon! 🙂 )

Da ich gleich nach dem Schnupperabend für vier Wochen mit meiner Familie und Camper in Skandinavien unterwegs war und mich gedanklich nur schwer mit der Entscheidung „Schreiblehrgang ja – nein?“ beschäftigen konnte, hat mir Alexandra netterweise meinen Platz etwas länger als üblich freigehalten und ich konnte nach unserer Rückkehr nochmals in Ruhe alle Termine mit meinem Mann abstimmen und die Finanzen checken.

Ich freue mich schon sehr auf das erste Modul des Lehrgangs, das als Präsenzunterricht in Innsbruck stattfinden wird. Dann heißt es für Teresa und mich: „Innsbrooklyn, we’re back in town!“ 🙂

–> Demnächst hier auf dem Blog:

„Schreibcoach-Lehrgang #2 – Die harten Fakten“
„Schreibcoach-Lehrgang #3 – Der Testlauf“
„Schreibcoach-Lehrgang #4 – Warum & Wozu?“
„Schreibcoach-Lehrgang #5 – Bewerbung & Anmeldung“
„Schreibcoach-Lehrgang #6 – Ziele & Inhalte“
„Schreibcoach-Lehrgang #7 – Aufbau & Module“
„Schreibcoach-Lehrgang # 8 – Das erste Präsenzmodul“

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